keyvisual Deponiebetrieb

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Zuordnungskriterien und Annahmekontrolle

Zum Schutz der Umwelt wurde für das Deponieren von Abfällen ein EU-weites Regelwerk von Verordnungen geschaffen. Dieses definiert unter anderem sowohl die Pflichten des Abfallerzeugers als auch die des Deponiebetreibers.

Klassifizierung der Abfälle

Abfälle werden auf der Basis einer einheitlichen EU-Vorgabe nach Herkunftsbereich und Art klassifiziert. Die Klassifizierung ist im Abfallverzeichnis in der entsprechenden Verordnung festgelegt (AVV). Sie besteht aus einer sechsstelligen Ziffer, die sich aus jeweils 2 Ziffern für „allgemeine Herkunft“, „spezifische Branche“ und „Art“ zusammensetzt.

Beispiel 170504:

17 (Bau- und Abbruchabfälle), 05 (Boden, Steine, Baggergut), 04 (Boden und Steine)

Pflichten des Abfallerzeugers vor der Anlieferung

Grundlegende Charakterisierung des Abfalls

  • Abfallherkunft (Abfallerzeuger oder Einsammlungsgebiet)
  • Abfallbeschreibung (betriebsinterne Abfallbezeichnung, Abfallschlüssel und Abfallbezeichnung nach der Anlage zur Abfallverzeichnis-Verordnung)
  • Art der Vorbehandlung, soweit durchgeführt
  • Aussehen, Konsistenz, Geruch und Farbe
  • Masse des Abfalls als Gesamtmenge oder Menge pro Zeiteinheit
  • Probenahmeprotokoll
  • Protokoll über die Probenvorbereitung
  • Zugehörige Analysenberichte über die Einhaltung der Zuordnungskriterien
  • Bei gefährlichen Abfällen zusätzlich Angaben über den Gesamtgehalt ablagerungsrelevanter Inhaltsstoffe im Feststoff, soweit dies für eine Beurteilung der Ablagerbarkeit erforderlich ist
  • Bei gefährlichen Abfällen im Fall von Spiegeleinträgen zusätzlich die relevanten gefährlichen Eigenschaften

Die Abfälle werden durch den Erzeuger alle 1.000 t, mindestens jedoch einmal jährlich beprobt, um die Einhaltung der Zuordnungskriterien zu überprüfen.

Pflichten des Deponiebetreibers bei der Anlieferung (Annahmekontrolle)

  • Prüfung, ob für den Abfall die grundlegende Charakterisierung vorliegt
  • Feststellung der Masse, Kontrolle des Abfallschlüssels und der Abfallbezeichnung gemäß Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV)
  • Kontrolle der Unterlagen mit den Angaben der grundlegenden Charakterisierung
  • Sichtkontrolle vor und nach dem Abladen
  • Kontrolle auf Aussehen, Konsistenz, Farbe und Geruch

Prüfung durch Erzeuger und Deponiebetreiber

Zusätzlich zu den Analysen, die der Erzeuger durchführen lässt, und der Kontrolle aller Unterlagen bei der Anlieferung werden auch von Seiten des Deponiebetreibers Proben genommen und eigene Analysen durchgeführt. Bei nicht gefährlichen Abfällen wird eine Probe der ersten 500 t analysiert, anschließend eine Probe alle 5.000 t. Bei gefährlichen Abfällen ist es eine Probe für die ersten 50 t, danach 1x je 2.500 t.