keyvisual Sanierung Grundwasserverunreinigung

Neue Untersuchungen an weiteren Messpegeln im Abstrom haben gezeigt, dass der Chloridaustrag nicht flächenmäßig, sondern nur lokal begrenzt stattfindet

Keine Beeinflussung der Grundwasserqualität

Bereits in den 1990er-Jahren wurde eine Grundwasserverunreinigung in einer GW-Messstelle (P19f) im südlichen Abstrombereich festgestellt, die vermutlich durch die Ballendeponie des Altteils hervorgerufen wird. Eine im Jahr 2002 errichtete zusätzliche Messstelle (P53f) bestätigte dies.

Belastung der Oberfläche ausgeschlossen

Da der Deponiekörper jedoch nicht im Grundwasser steht und auch nicht von Grundwasser durchströmt wird, werden die erhöhten Werte auf das Sickerwasser des Altteils zurückgeführt. Der erhöhte Chlorid-, TOC- und AOX-Gehalt in den Brunnen P19f und P53f entspricht der Zusammensetzung eines Sickerwassers, weist jedoch kein Gefährdungspotenzial auf. Die Belastung ist zudem lokal nur sehr begrenzt feststellbar und lediglich im oberen Grundwasserstockwerk zu finden. Auch ist die gemessene Schadstoffkonzentration in den Brunnen P19f und P53f tendenziell rückläufig wie die folgenden Diagramme zeigen.

ZDH Grundwasseranalysen Messstellen Chlorid ZDH Grundwasseranalysen Messstellen TOC ZDH Grundwasseranalysen Messstellen AOX

Messreihen Grundwasserbrunnen über die Jahre

Untersuchungen der Grundwasserqualität

Neue Untersuchungen an weiteren Messpegeln (siehe Diagramme) im Abstrom haben gezeigt, dass der Chloridaustrag nicht flächenmäßig, sondern nur lokal begrenzt in den oben genannten Brunnen stattfindet. Im weiteren Abstrom der Deponie sind kaum Beeinflussungen der Grundwasserqualität nachweisbar. Lediglich in P102f im weiteren Abstrom von P19f/P53f ist die Chloridkonzentration noch leicht erhöht. Die Grundwasserverunreinigung breitet sich nicht weiter aus. Dies zeigen alle fünf im Jahr 2012 errichteten neuen Messstellen am Südrand der Deponie (P101f, P102f, P102t, P103t, P104t). Dass es keine Belastung der Oberfläche gibt, zeigt sich auch am Hubbelrather Bach, der mit seinen Chloridwerten um 50 mg/l keine Beeinflussung durch den Deponiebetrieb zeigt.

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Lageplan der Grundwassermessstellen

Wassergewinnungsanlagen werden nicht beeinflusst

Als ein Ergebnis aus dem Gutachten zum Umgang mit der Grundwasserverunreinigung ergibt sich, dass eine „echte“ Grundwassersanierung, also Reinigung des Grundwassers, beispielsweise durch das Vakuumverfahren, unverhältnismäßig ist, weil die Schadstofffrachten zu gering sind. Zudem sind die Grundwasserleiter wegen geringer Ergiebigkeit kaum nutzbar, es findet keine wasserwirtschaftliche Nutzung im Nahbereich statt und auch entferntere Wassergewinnungsanlagen werden nicht beeinflusst.

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Hubbelrather Bach

Die Sanierung der Deponie

Als Sanierungsmaßnahme kommt hingegen eine Oberflächenabdichtung in Betracht, die ein weiteres Eindringen von Wasser in den Deponiekörper und damit die Neubildung von Sickerwasser verhindert. Eine Oberflächenabdichtung kann allerdings erst realisiert werden, wenn die Setzungen des Deponiekörpers vollständig abgeklungen sind. Anderenfalls kann die Abdichtung beschädigt und außer Funktion gesetzt werden. Im März 2015 wurde hierzu ein Sanierungsantrag eingereicht. Sanierungsziel ist die Unterbindung eines weiteren Eintrags von Schadstoffen in den Grundwasserleiter, was durch eine einlagige Abdichtung entsprechend dem erstellten Gutachten erreicht wird. Durch den Einbau dieser qualifizierten Abdichtung werden alle Forderungen für eine dauerhafte und nachhaltige Sanierung der Grundwasserverunreinigung erfüllt. Gewährleistet ist eine mindestens 100-jährige Funktionserfüllung, die weit über die Forderungen des Bundesbodenschutzgesetzes hinausgeht.

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Verlegung einer Kunststoffdichtungsbahn